il gusto barocco

SILVESTER/NEUJAHR

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:: GRÜNDUNGSIDEE ::

Das Neue Stuttgarter Barockensemble il Gusto Barocco wurde im Sommer 2008 von Jörg Halubek gegründet.

il Gusto Barocco (deutsch: „Der barocke Geschmack“) verkörpert die Idee, musikalische und musiktheatralische Werke des 17. und 18. Jahrhunderts in der Geisteshaltung Ihrer Entstehungszeit zu verstehen und sie aus dieser Perspektive heraus aufzuführen. Dabei geht es um keine blutleere museale Rekonstruktion – ganz im Gegenteil. Die Liebe zur Musik dieser Epoche, die Leidenschaftlichkeit und Professionalität beim Spielen dieser Musik verbindet uns mit vielen anderen Musikern und Orchestern. Nur fühlen wir uns keiner Rezeptionsgeschichte oder Aufführungstradition verpflichtet. Weder der moderner Orchester noch irgendeiner Richtung der sogenannten Historischen Aufführungspraxis – und das macht uns interessant und sozusagen zu jungen Wilden. Dass wir mit Aufführungstraditionen brechen, entsteht aus keiner Absichtserklärung heraus. Es handelt sich vielmehr um eine Nebenerscheinung einer respektvollen Haltung gegenüber der Geschichte und eine kompetenten gegenüber der Materie. Noch einmal zurück zu unserem Ensemblenamen: Il Gusto Barocco. „Geschmack“ oder auch Vortrag oder Ausdruck ist in der Barockzeit ein feststehender Begriff. Neben dem Notentext definiert dieser Begriff all das, was der Komponist gemeint und nicht in die Noten geschrieben hat. Wollte man damals ein Werk von Bach haben, musste man ihn besuchen. Er hat es vorgespielt, man hat sich das nötigste notiert. Schon damalige Traktate verweisen auf den „Geschmack“ und definieren darunter sämtliche Gestaltungsmittel, die nicht in der Partitur enthalten sind: Im 17. und 18. Jahrhundert ist das musikalische Allgemeinbildung, heute verlorenes und ersehntes Wissen. Il Gusto Barocco begibt sich auf die Suche nach dem Schlüssel zu dieser Schatzkiste. Unsere Ensemblephilosophie lässt sich daher nur als Weg beschreiben: Unsere Musiker beschäftigen sich aus Leidenschaft seit langer Zeit mit historischen Instrumenten und alten Quellen, die Erfahrungen, Entdeckungen und Forschungsergebnisse jedes einzelnen fließen in unsere Probenarbeit und unserem Ensembleklang zusammen. So regt beispielsweise der Cellist an, eine von ihm entdeckte Quelle zur Rezitativbegleitung umzusetzen. Oder der Flötist, französische Verzierung in einer französisch anmutenden Komposition eines Deutschen auszuprobieren. Die Aufgabe eines Dirigenten besteht in der Motivation der Beteiligung dieser Art, dem Suchen nach musikalische Emanzipation jedes einzelnen Spielers, im Führen einer großen musikalischen Linie und Vision. Hierin unterscheidet sich il Gusto Barocco massgeblich von anderen Ensembles.