Orpheus kennen wir gut. Von ihm erzählen unter anderem zahlreiche Opern; eine der prominentesten unter ihnen, Monteverdis L’Orfeo, führen der Residenzkünstler Jörg Halubek und sein Ensemble il Gusto Barocco am 2. und 3. Mai bei den Schwetzinger SWR Festspielen auf. Doch was ist eigentlich mit Eurydike, seiner Frau? Die antike Sage von Orpheus erzählt davon, dass sie nach einem tödlichen Schlangenbiss in der Unterwelt landete. Vergebens versuchte ihr Gatte, sie von dort wieder zurückzuholen. Deshalb ist anzunehmen, dass sich die Nymphe noch heute im Hades langweilt. Überhaupt hat sie in diesem antiken Männer-Mythos das Heft des Handelns nie in der Hand. Jetzt aber ist Schluss damit, denn in diesem Konzert dreht sich alles um Eurydike: Der hier vollzogene Perspektivwechsel ist lange schon überfällig. Zu erleben ist eine Hommage an eine mythologische Randfigur, getragen von hochempathischen Werken des Frühbarock aus der Feder von Komponisten-Größen wie Jacopo Peri, Giulio Caccini und Marco da Gagliano. Sogar Monteverdi selbst hat Eurydike Musik zugedacht, und il Gusto Barocco bestätigt mit diesem spannenden Programm wieder einmal seinen Ruf als Labor der historisch informierten Aufführungspraxis.
Programm
Musik von Jacopo Peri, Giulio Caccini, Barbara Strozzi, Biaggio Marini und Claudio Monteverdi
Mitwirkende
Jiayu Jin | Sopran
il Gusto Barocco
Jörg Halubek | Cembalo & Musikalische Leitung




