il Gusto Barocco

»Schwungvoll, frohgelaunt und perfekt« – so beschrieb die FAZ das Ensemble il Gusto Barocco bei seiner Residenz als Festspielorchester in der Bachwoche Ansbach. Das Barockorchester, 2008 vom Dirigenten, Cembalisten und Organisten Jörg Halubek in Stuttgart gegründet, besteht aus international führenden Virtuosen der jüngeren Generation und hat sich auf die Fahnen geschrieben, den aktuellen Forschungstand beim Musizieren hörbar zu machen.

 

Je nach Repertoire ist das von den Kritikern geschätzte Alte-Musik-Ensemble sowohl in kammermusikalischer als auch in großer Orchesterbesetzung zu erleben. Aus einem festen Kreis kommen für die verschiedenen Projekte Musiker zusammen, die in der Musiziertradition der Schola Cantorum Basiliensis stehen und eine lang gewachsene, musikalische Vertrautheit verbindet. Den Notentext »ähnlich zu lesen« eröffnet die Möglichkeit, Gestaltungsfreiheiten in den Partituren wiederzuentdecken und damit zu begeistern. Im Zentrum des Repertoires steht die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts in all ihren Facetten: In Konzert, Oper und Kirchenmusik lebt die vergessene Musikkultur und Musiziersprache der Barockzeit, gespielt auf historischen Instrumenten, wieder auf. Die Projekte von il Gusto Barocco sollen eine Plattform sein, aktuelle Forschungsergebnisse in die Aufführungspraxis zu integrieren.

 

2022 stellt il Gusto Barocco den französischen Stil in den Mittelpunkt. Bei der »Stuttgarter Festwoche Barock« kommt erstmals seit der Uraufführung 1699/1700 Johann Sigismund Kussers Stuttgarter Oper ADONIS zur Aufführung. Die Oper im französischen Stil, deren Komponist sechs Jahre lang bei Lully lernte, sollte diesen am absolutistischen Hof Herzog Eberhardt Ludwigs etablieren. Darüber hinaus präsentiert das Ensemble zusammen mit der Sopranistin Suzanne Jerosme unbekannte Werke französischer Komponistinnen.

 

Il Gusto Barocco widmet sich 2022 auch wieder der Musik Johann Sebastian Bachs. Zum einen mit einem Konzert, das sich experimentell der Kammermusik mit Orgel des Thomaskantors annimmt, wie auch mit einem neuen Album in der Bachreihe von il Gusto Barocco bei Berlin Classics »Suite & Concertos«, das bereits im März erschien.

 

Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Residenz als Festspielorchester der Bachwoche Ansbach, der Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim mit allen erhaltenen Monteverdi-Opern sowie einer Produktion mit Madrigalen unter Beteiligung von Regisseuren wie Calixto Bieito oder Lorenzo Fioroni, der 2023 seinen Abschluss finden soll. Seit 2014 hat es sich il Gusto Barocco verstärkt zur Aufgabe gemacht, vergessene Barockopern wiederzuentdecken. Die Aufführung von Johann Sigismund Kussers ADONIS bei der Stuttgarter Festwoche Barock 2022 setzt nach Brescianellos TISBE, Heinichens FLAVIO, Telemanns Händeladaptionen CLEOFIDA und MUZIO SCEVOLA die Reihe bedeutender Wiederentdeckungen fort. Die Opern wurden beim Label cpo in Zusammenarbeit mit dem SWR veröffentlicht.