Nicolò Balducci
Der junge italienische Countertenor Nicolò Balducci erlangt aufgrund seines kristallklaren Timbres und seiner ausdrucksstarken Bühnenpräsenz rasch internationale Anerkennung. Gefeiert für sein „Singen mit Freude und Freiheit“ (OperaWire) und „die Beweglichkeit seiner Koloraturen“ (Gramophone) ist er Gewinner des 1. Preises und des Young Artist Prize beim Renata Tebaldi-Wettbewerb 2022, Gewinner des 3. Preises und des Young Artist Award beim Cesti-Wettbewerb Innsbruck 2022 sowie Gewinner des 1. Preises beim Concorso Niccolò Piccinni 2021. Für seine Darstellung des Lucio Cinna in Lucio Silla am Landestheater Salzburg ist er als bester männlicher Newcomer für den Österreichischen Musiktheaterpreis 2025 nominiert.
In der Saison 2025/26 kehrt Nicolò Balducci zum Festival Bayreuth Baroque zurück, um sein Rollendebüt als Sesto Pompeo in Cavallis Pompeo Magno zu geben, den er auch beim Maggio Musicale Fiorentino verkörpern wird. Weitere Haus- und Rollendebüts gibt er als Ulisse in Händels Deidamia an der Wexford Festival Opera, als Annio in Mozarts La Clemenza di Tito am Teatro La Fenice, als Megacle in Vivaldis L’Olimpiade am Teatro Ristori in Verona und als Miles in Brittens The Turn of the Screw an der Staatsoper Berlin.
Außerdem tritt er bei den Händel-Festspielen Göttingen als Ulisse in Deidamia, einer Koproduktion mit Wexford, und in seiner Heimatstadt Bari auf. Zu seinen kommenden Konzertprojekten gehören Vivaldis und Pergolesis Stabat Mater im Schloss Versailles sowie Kooperationen mit Musica Sequenza, il Gusto Barocco und anderen.
Nicolò Balducci hat bereits bedeutende Debüts auf großen europäischen Opern- und Festivalbühnen gegeben. Er sang Nerone in Ted Huffmans gefeierter Inszenierung von Monteverdis L’incoronazione di Poppea an der Oper Köln, der Opéra de Toulon und im Palau de les Arts Valencia sowie in konzertanten Aufführungen in Frankreich und Kanada mit Cappella Mediterranea und Leonardo García Alarcón. Weitere Rollen der letzten Zeit waren Ulisse in Porporas Iphigenia in Aulis beim Bayreuth Baroque Festival, Arbace in Mozarts Mitridate an der Opéra de Lausanne und der Opéra de Montpellier, Lucio Cinna am Landestheater Salzburg, Fama in Contis Il trionfo della Fama mit Ottavio Dantone und der Accademia Bizantina bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und Cherubino in Le nozze di Figaro am Teatro Comunale di Ferrara sowie eine Reihe von Konzerten in ganz Schweden zusammen mit Dan Laurin und Anna Paradiso, darunter das Stockholm Early Music Festival.
Als häufiger Gast im Château de Versailles hat er Rollen wie Imeneo in Vivaldis Gloria e Imeneo, Gilbert in Zingarellis Roméo et Juliette und Nerone in Konzerten gesungen. Außerdem sang er Händels Messias und Sosarme, re di Media in Versailles, wobei letzteres auf CD veröffentlicht wurde. Seine Darstellung des Arioco in Favettis Il Dialogo di Nabucco zusammen mit Leonardo García Alarcón und der Cappella Mediterranea tourte durch Frankreich und wurde ebenfalls auf CD aufgenommen.
In Zusammenarbeit mit dem La Cetra Barockorchester und Andrea Marcon sang Nicolò Balducci die Rolle des Arzane in Vivaldis Arsilda in Amsterdam, Madrid, Santander und Basel; die Aufnahme wurde 2025 beim Label Naïve veröffentlicht. Weitere Engagements umfassen Auftritte bei den Händel-Festspielen Halle, dem Festival Resonanzen Wien und dem Festival d’Ambronay, wo er Morte Eterna in Draghis Il Dono della Vita Eterna sang. Außerdem sang er Sesto in Händels Giulio Cesare mit dem Haydn Orchestra und Ottavio Dantone und trat in Konzerten mit der Fondazione Antiqua Vox und dem Ensemble Dolci Affetti in Italien auf.
Im Jahr 2021, noch während seines Studiums, gab er sein Operndebüt als Oberto in Händels Alcina am Teatro Olimpico Vicenza unter der Leitung von Andrea Marcon (ausgestrahlt auf Rai5), gefolgt von Cavallis Xerse beim Festival della Valle d’Itria und Arvo Pärts Stabat Mater auf Tournee mit der Filarmonica Arturo Toscanini. Im selben Jahr begann er seine Zusammenarbeit mit dem Blockflötenvirtuosen Dan Laurin und der Cembalistin Anna Paradiso (Dolci Affetti Ensemble) sowie der Baroque Academy Gothenburg Symphony. Außerdem wirkte er an der Filmmusik zu Marco Bellocchios Film Rapito (Komponist: Fabio Massimo Capogrosso) mit, der für die Filmfestspiele von Cannes 2023 nominiert wurde.
Als Exklusivkünstler bei BIS Records veröffentlichte Nicolò Balducci 2022 sein Debütalbum Castrapolis – Neapolitan Cantatas and Arias, gefolgt von Amore Dolore – Countertenor Arias im Jahr 2023 und einem dritten Album mit Liedern von Mozart, Haydn und Beethoven im Jahr 2024.
Er hat einen Bachelor-Abschluss vom Konservatorium in Matera und einen Master-Abschluss mit Auszeichnung in Barocksang vom Konservatorium in Vicenza, wo er bei Gemma Bertagnolli studierte.